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Alpirsbacher Herbstkonvent

„Gregorianisches Singen – Theologie und Praxis“
04.10.-07.10.2016

Von Alexander Muth und Yorck von Rabenau

In der ersten Oktoberwoche trafen sich 29 Studenten der Heidelberger Universität und Mitglieder der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach zum Blockseminar/ HerbstKonvent in der Benediktinerabtei Stift Neuburg in Ziegelhausen bei Heidelberg.

Zu Beginn des Seminars erhielten die Teilnehmer eine Klosterführung durch den Oblatenbruder Bruno, der uns interessante Einblicke in das Klosterleben ermöglichte. Das Seminar bestand aus Chorproben, in denen die gregorianischen Gesänge für die Stundengebete eingeübt wurden, sowie aus Studieneinheiten, die in die Theologie der Bachkantaten einführten. Dabei wurden Auszüge aus einzelnen Kantaten gehört und analysiert. Die Leitung des Studienteils hatte Prof. em. Dr. Christian Möller von der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg inne. Eine besonders schöne und feierliche Bachkantate war BWV 106 „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“. Hier wechseln sich Zitate des Alten sowie des Neuen Testaments miteinander ab und verzahnen sich mit alten Liedstrophen Lutherischer und Reusnerischer Kirchenlieder. Es handelt sich hierbei um eine Trauerkantate, die Bach vermutlich für die Bestattung seines Onkels als eine seiner ersten Kantaten schrieb.

Eine weitere Kantate war BWV 84 „Ich bin vergnügt mit meinem Glücke“, die von Bach für den Sonntag Septuagesimae im Jahre 1727 geschrieben wurde. Ihr zugrunde liegt das Evangelium dieses Sonntags Mt 20,1-16: „Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg“. Wie in den früheren Kantaten bezieht sich der Kantatentext allgemein auf das Evangelium: Der Christ soll sich begnügen mit dem Glück, das ihm zuteilwird, ohne Neid auf andere, die bevorzugt erscheinen.

Den Chor leiteten Pfr. Dr. Thomas Bergholz und Stiftskantor i.R. Rudolf Rienau. Was für viele Alpirsbacher reine Gewohnheit war, war für viele der Studenten Neuland. Das Singen der gregorianischen Gesänge bereitete zunächst manchem Studenten einige Schwierigkeiten. Durch die fachmännische Leitung der beiden Chorleiter konnten diese allerdings schnell behoben werden, so dass der Gesang mit jedem Gebet stimmiger und harmonischer wurde. Die neue gebundene Ausgabe der Alpirsbacher Antiphonale für Montag/ Dienstag fand in diesem Herbstkonvent erstmals ihre Anwendung.

Einer der Höhepunkte der Stundengebete war, dass die Seminarteilnehmer mit den Mönchen eine gemeinsame Sext feiern durften. Die Mönche waren durchaus vom gemeinsamen Singen mit den Seminarteilnehmern angetan. Zum besseren Kennenlernen zwischen den Studenten und den Alpirsbachern dienten die gemeinsamen Mahlzeiten in der Kosterhof-Gaststätte.

Am Freitag, dem letzten Seminartag, feierten wir gemeinsam eine Messe in der Stiftskirche, bei der uns der Prior Pater Ambrosius die Predigt hielt. Liturg war Pfarrer i.R. Henning Drude, der auch das Heilige Abendmahl mit uns zelebrierte.