Rüdiger Schloz

Rüdiger Schloz (* 29.08.1941 Stuttgart, † 11.06.2019 Hannover) studierte in Tübingen, Bonn und Konstanz Theologie, Soziologie und Erziehungswissenschaft. Nach einer Zeit als Pfarrer der Württembergischen Kirche wurde er Oberkirchenrat im Kirchenamt der EKD. Er heiratete Dagmar geb. Urlichs aus Aachen, die als Englisch- und Französischlehrerin arbeitete; drei Kinder wurden den Eheleute Schloz geschenkt. Zusammen mit Ernst Lange baute Rüdiger Schloz 1973/74 die Studien- und Planungsgruppe der EKD auf und führte mit dieser seitdem alle zehn Jahre große empirische Untersuchungen über Kirchenmitgliedschaft durch. Die letzte, für die er mitverantwortlich zeichnete, war die vierte, die 2004 veröffentlicht wurde. Mit diesen Untersuchungen sollten Konzepte zur Kirchenreform entwickelt werden. 1975/76 gründete er mit anderen Freunden die Ökumenische Initiative Eine Welt und war bis 2000 Vorsitzender ihres Trägervereins. Nach der Pensionierung war er von 2006 bis 2009 als Pfarrer der deutschen Gemeinde in Quito/ Ecuador und von 2010 bis 2011 in Guatemala/ Centralamerika tätig. Das Lebenswerk von Rüdiger Schloz wurde durch den Ehrendoktor der Universität Hamburg gekrönt.

Drei Wege führten Rüdiger Schloz zur Kirchlichen Arbeit Alpirsbach: Oberkirchenrat Eberhard Weismann, der die Kirchliche Arbeit von 1967 bis 1983 leitete, war ihm ein wohlwollender Förderer. Mit Weismanns Sohn Christoph war Rüdiger Schloz freundschaftlich verbunden. Der zweite Weg ging über seinen Religionslehrer Paul Schempp. Schempp hatte im Kirchenkampf in Richard Gölz, dem Gründer der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach, einen Bündnisgenossen und gehörte der Alpirsbacher Arbeit an. Es war aber wohl Schempp, der Gölz nach dem gescheiterten Versuch einer evangelischen Klostergründung in Bebenhausen aus der Alpirsbacher Arbeit herausdrängte. Der dritte Zugang für Rüdiger Schloz war sein ihn prägender theologischer Lehrer Prof. Dr. Ernst Bizer, langjähriger Vizepräses der Arbeit. Schloz selbst wurde 1992 in den Leitungskreis berufen; er folgte Diethelm Michel 1999 im Amt des Präses, das er bis zu seinem Tod innehatte.

In die Amtszeit von Rüdiger Schloz fällt ein gerichtlicher Vergleich mit den Erben von Friedrich Buchholz im Blick auf die Urheberrechte am Alpirsbacher Antiphonale. Es wurde bei Zahlung einer Abfindung festgehalten, dass Friedrich Buchholz Mit-Urheber des Antiphonale ist, dass dieses auf Wunsch und gegen Unterhaltszahlungen an Friedrich Buchholz durch den Leitungskreis der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach erarbeitet worden. Zur 70-Jahr-Feier der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach erschien eine 458 Seiten starke Dokumentation zur Geschichte der Kirchlichen Arbeit. Im Blick auf die Zukunft begann die Herausgabe des neuen Alpirsbacher Antiphonales. Rüdiger Schloz schrieb die Vorworte zu den Festbüchern Weihnachten/ Epiphanias, Ostern und Pfingsten, zu den Wochenbänden für Sonntag und Montag/ Dienstag sowie zu einer Gemeindecomplet. Die Drucklegung des Messebandes hat Rüdiger Schloz nicht mehr erleben dürfen.

Joachim Conrad