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Selbstverständnis

Kapelle Alpirsbach»Die Kirchliche Arbeit Alpirsbach ist nicht eine ›Bewegung‹, auch nicht eine liturgische Bewegung, sie ist einfach und umfassend kirchliche Arbeit«. So heißt es in einer Einladung mitten im Kriegsjahr 1941. Dieses in der Anfangszeit entwickelte Selbstverständnis entsprach der damaligen Lage der evangelischen Kirchen und den Herausforderungen jener Zeit des Kirchenkampfs, aber auch der Rückbesinnung auf unsere reformatorischen Grundlagen und dem Anliegen der Erneuerung des Gottesdienstes in der evangelischen Kirche.

Die Kirchliche Arbeit Alpirsbach ist auch 80 Jahre später diesem Selbstverständnis verpflichtet:

Die Arbeit in den Gregorianischen Wochen der KAA gründet auf zwei Säulen: die eine bildet der Gottesdienst in den Stundengebeten und der Messe und deren musikalische Gestaltung, die andere besteht in der Beschäftigung mit den akuten Fragen und Herausforderungen der Theologie, der Liturgie und des kirchlichen Lebens. Das verleiht den Gottesdiensten, den Singübungen und dem Studium ein je eigenes Gewicht.

Die Kirchliche Arbeit Alpirsbach gewinnt ihr Profil im Wesentlichen durch vier Eigenheiten. Diese sind:

(a) das von Richard Gölz (1887-1975) begründete und von Friedrich Buchholz (1902-1967) weitergeführte Alpirsbacher Antiphonale.

Dieses bietet mit dem Luthertext der Bibel und den durch Rudolf Alexander Schröder (1878-1962) übertragenen Hymnen unter Wahrung des Charakters der Gregorianik zweifellos einen Kristallisationskern für die besondere Identität der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach.

Das Alpirsbacher Antiphonale unterlegt den gregorianischen Melodien die der evangelischen Frömmigkeit vertraute Sprache Martin Luthers. Das ist nicht unproblematisch, weil die gregorianischen Melodien lateinischen Text vertonen. Doch bemüht sich die Kirchliche Arbeit Alpirsbach nach Kräften um Verbesserungen der Wort-Ton-Verbindung nach den Erkenntnissen der semiologischen Gregorianik-Forschung.

Es gehört nach Buchholz zum Wesen des unter dem Namen Alpirsbach Begonnenen entscheidend hinzu, stets vorwärts schreitend und verbessernd über das jeweils Vorläufige hinaus zu streben.

(b) die in den Gregorianischen Wochen als Kloster auf Zeit geprägte Spiritualität und Gemeinschaft.

Das gemeinsame Singen der Stundengebete, der Psalter in der deutschen Übertragung Martin Luthers, die gemeinschaftliche Einübung der Gesänge zu einer deutschen Messe vermitteln eine besondere Spiritualität. Es bildet sich eine Gemeinschaft um eine gemeinsam übernommene Aufgabe: die Feier des Gottesdienstes als geprägte Form und als Spiel zum Lob Gottes sowie ein Einstimmen in das Gebet Israels und das der Kirche vor Zeiten und weltweit.

(c) der dem benediktinischen Prinzip ora et labora (bete und arbeite) verpflichtete

künstlerische Anspruch an die Form der Liturgie und
theologische Anspruch an das Studium.

Liturgie wird in der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach als Funktion der Theologie verstanden, aber auch die Theologie als Funktion der Liturgie, d.h. beide sind von einander abhängige Größen: Der Gottesdienst bedarf theologischer Fundierung, und die Theologie muss auf den Gottesdienst - den als Liturgie gefeierten und den im Alltag der Welt gelebten - ausgerichtet sein.

Aufgrund dieses Anspruchs sind die Gregorianischen Wochen durch liturgische und theologische, künstlerische und gedankliche Konzentration geprägt.

(d) das Selbstverständnis, umfassend kirchliche Arbeit zu sein; dies schließt insbesondere auch das Ziel ein, formbildend in der Kirche wirksam zu werden.

Aus Vertrautheit mit der deutschen Gregorianik erwachsen Formgefühl und Maßstäbe für die Liturgien unserer Zeit.